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2004

 

 

Kreistag verabschiedet mit deutlicher Mehrheit NPD-Antrag

SPD-Landrat des Landkreises Oder-Spree beharrte auf fehlerhafter Vorlage

In der Sitzung des Kreistages des Landkreises Oder-Spree (LOS), am 18. Mai 2004, erlitt der Landrat Manfred Zalenga (SPD) eine schwere Abstimmungsniederlage.

Bisher: Wenig Chancen für die Opposition im LOS

Der Landkreis Oder-Spree (LOS) in Brandenburg hat einen SPD-Landrat, der der Kreisverwaltung vorsteht. Im Kreistag, dem Parlament von LOS, wird er von einer Koalition aus SPD und CDU gestützt. Die schärfste und profilierteste Oppositionsfraktion im Kreistag von LOS bildet die NPD mit ihrem brandenburgischen Landesvorsitzenden Klaus Beier und seinem Landesorganisationsleiter Lars Beyer. Gewöhnlich peitscht Landrat Manfred Zalenga, in früheren, wie heutigen Zeiten ein immer gut gewendeter Genosse, die Vorlagen seiner Verwaltung mit satten Mehrheiten durch den Kreistag. Oftmals gibt es nur die zwei Gegenstimmen der NPD-Fraktion und gelegentlich die Gegenstimme des DVU-Abgeordneten, der mit der NPD-Fraktion inzwischen gut zusammenarbeitet. Die Oppositionsparteien und -wählervereinigungen NPD, FDP, BJA (Bauern, Jäger, Angler), BVOS (Bürgerverband Oder-Spree), PDS und GRÜNE haben rein rechnerisch keine Chance eine Abstimmung zu gewinnen. Dementsprechend gelingt es Zalenga immer wieder Anträge der NPD, der FDP, der PDS und der GRÜNEN zum scheitern zu bringen.

NPD setzt sich durch: Abstimmungsniederlage des Landrats

Während der Vorbereitung der Kreistagssitzung von 18. Mai 2004 fiel der NPD-Fraktion auf, daß zwei Vorlagen der Verwaltung in sich widersprüchlich und fehlerhaft waren. Die Fraktion beantragte schriftlich die Zurückweisung der Vorlagen zur Überarbeitung durch die Kreisverwaltung. Zu Beginn der siebenstündigen Mammutsitzung des Kreistags zog Landrat Zalenga (SPD) ohne eine Begründung, eine der beiden fehlerhaften Vorlagen zurück. Normalerweise begleitet er seine Rückzieher mit wortreichen Erklärungen. Die Drucksache 56 aus 2004 allerdings, die zweite fehlerhafte Vorlage, ließ er stehen. Da dieser Antrag der Verwaltung der vorletzte Tagesordnungspunkt des öffentlichen Teils der Sitzung war, kam es zu vorgerückter Stunde zu einem Schlagabtausch Zalengas mit dem Fraktionsvorsitzenden der NPD, Klaus Beier. Der Genosse Landrat Zalenga beharrte wortkarg auf seiner fehlerhaften Vorlage. Er weigerte sich auch die sachlichen Fragen des NPD-Fraktionsvorsitzenden zu beantworten und drängte auf eine schleunige Abstimmung, nachdem er die wachsende Unruhe im Gremium bemerkt hatte.

Der Kreistag beantwortete sein Begehren mit 23 Stimmen für den NPD-Antrag und 18 Stimmen für Zalengas fehlerhafte Vorlage. Die Verwaltung muß nun die Vorlage überarbeiten. Das ist Gesetz. Erstmalig konnte die NPD eine Mehrheit im Kreistag auf sich ziehen. Diese eigentliche Sensation wurde erwartungsgemäß von der örtlichen Zeitung, der Märkischen Oderzeitung (MOZ) totgeschwiegen.



Von Stefan Lux, M. A., 24. Mai 2004

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